Älteres Pärchen mit Lymphom beim Spaziergang im Wald

Therapiemethoden beim Lymphom

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten Lymphome zu behandeln. Die Behandlung ist abhängig von der Lymphomart und involviert normalerweise eine oder mehrere der folgenden Therapieoptionen.

Chemotherapie

Chemotherapie ist ein Sammelbegriff für eine Behandlung mit Medikamenten – sogenannten Zytostatika. Zytostatika sind Medikamente, welche die Teilung von rasch wachsenden Zellen hemmen oder diese an der Vermehrung hindern. Chemotherapien sind unspezifisch, d.h. sie greifen alle sich schnell teilenden Zellen des Körpers an, darunter auch gesunde Körperzellen wie z.B. Haar- und Schleimhautzellen.

Tyrosinkinase-Hemmer

Ein Behandlungsansatz beruht auf der Entdeckung von Reizempfängern (Wachstumsrezeptoren), die in die Zelle hineinragen. Ein Wachstumsrezeptor empfängt ausserhalb der Zelle das Signal für Wachstum und leitet es wie ein Bote in die Zelle hinein. Das Wachstumssignal aktiviert bestimmte Eiweisse, sogenannte Tyrosinkinasen, die sich am unteren Teil des Rezeptors befinden. Krebszellen produzieren mehr Wachstumsrezeptoren auf der Zellmembran als gesunde Zellen und stimulieren somit stärker die Zellteilung und das Wachstum des Tumors. Bei ihnen ist die Tyrosinkinase dauerhaft aktiv. Hier setzen Wachstumshemmer oder auch Tyrosinkinase-Hemmer an. Es handelt sich um winzige Moleküle (Small Molecules), die von aussen durch die Zellwand in die Zelle eindringen können. Dort besetzen sie den Rezeptor im Zellinneren und unterbrechen so die Signalkette, die zur Zellteilung führt. Dadurch lässt sich das Zellwachstum verlangsamen.

Antikörpertherapie

Antikörpertherapien nutzen das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs. Ausserdem werden therapeutische Antikörper eingesetzt, um spezifische Zellen im Körper aufzufinden und zu zerstören. Im Fall von B-Zell Lymphomen können diese Antikörper gezielt die entarteten B-Zellen bekämpfen. Oft werden Antikörper mit Chemotherapien kombiniert.

Strahlentherapie

Bei der Strahlentherapie (Radiotherapie), die meist im Anschluss an die Operation erfolgt, schädigen energiereiche Strahlen die Krebszellen, sodass sie sich nicht mehr vermehren können und absterben. Dadurch können eventuell verbliebene Tumorzellen zerstört und die Heilungschancen deutlich verbessert werden. Bestrahlt wird nur ein vorher präzise ausgemessener Bereich, sowie umliegende Organe wie Herz oder Lunge zu schonen. Die Strahlentherapie kann ein brennendes Gefühl auf der Haut verursachen, vergleichbar mit einem Sonnenbrand. Zudem werden Müdigkeit und Unwohlsein als häufige Begleiterscheinung angegeben.

Stammzelltransplantation

Wenn eine Strahlen- oder chemotherapeutische Behandlung von Leukämien oder Lymphomen keinen ausreichenden Erfolg hat oder wenn es zu einem Rückfall kommt, ist eine Übertragung (Transplantation) von Knochenmark- oder Blutstammzellen oft die einzige Chance für die betroffenen Patienten, geheilt zu werden.

Bei der Blutstammzell-Transplantation werden Blutstammzellen von einem Spender zu einem Empfänger übertragen. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen allogener und autologer Stammzelltransplantation. Bei der autologen Stammzelltransplantion ist der Spender auch der Empfänger, während bei der allogenen Stammzelltransplantation der Empfänger (Patient) von einem gesunden Spender Blutstammzellen erhält.

  • Für viele an Leukämie erkrankte bietet eine Knockenmark- oder Blutstammzellspende Chance auf Heilung.

    Frau mit Lymphom pflanzt Blumen

Spezielle Therapien bei verschiedenen Lymphomarten

Therapie des FL

Die Therapie des Follikulären Lymphoms (FL) richtet sich nach dem Krankheitsstadium und dem körperlichen Allgemeinzustand des Patienten. Mit der Entwicklung neuer Ansätze in der Krebstherapie stehen heute unterschiedliche Therapien zur Verfügung. In einem frühen Stadium wird die Strahlentherapie empfohlen.

Beim fortgeschrittenen FL erfolgt häufig eine Therapie, die sich aus Antikörpertherapie und Chemotherapie zusammensetzt. Dies nennt sich dann Immunochemotherapie.

Die Wahl der Behandlungsstrategie ist von verschiedenen Faktoren abhängig und die Entscheidung über die jeweilige Therapie wird für jeden Patienten individuell getroffen. Ihr Arzt wird die Therapie sowie die Dauer der Behandlung mit Ihnen besprechen.

Therapie der CLL

Früher wurde die Chronisch Lympathische Leukämie (CLL) häufig nur mit einer Chemotherapie behandelt. Mit der Entwicklung neuer Ansätze in der Krebstherapie stehen heute unterschiedliche Therapien zur Verfügung. Eine häufig angewandte Therapie setzt sich aus Antikörpertherapie und Chemotherapie (Immunochemotherapie) oder Signalwegehemmern zusammen.

Die Wahl der Behandlungsstrategie ist von verschiedenen Faktoren abhängig und die Entscheidung über die jeweilige Therapie wird für jeden Patienten individuell getroffen. Ihr Arzt wird die Therapie, sowie die Dauer der Behandlung mit Ihnen besprechen.

Therapie des DLBCL

Das grundsätzliche Ziel der Behandlung beim diffus-grosszelligen B-Zell-Lymphom ist die Heilung der Erkrankung – nicht nur, dessen Verlauf hinauszuzögern. Die häufigste Behandlungsform bei DLBCL ist die Immunochemotherapie. Es ist in Einzelfällen möglich, dass andere Therapien als eine Immunochemotherapie bessere Behandlungsergebnisse bei DLBCL versprechen. In diesen Fällen kommen eine Stammzell- oder eine Knochenmarktransplantation oder auch eine Strahlentherapie infrage.

Die geeignete Therapie und die Dosierung der Medikamente richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung sowie nach dem Alter, dem gesundheitlichen Allgemeinzustand und bestimmten Blutwerten des Patienten.