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Klinische Studien

Eine klinische Studie ist eine Forschungsstudie. Dafür wird eine Gruppe von Menschen mit neuen oder schon bekannten Medikamenten behandelt. Durch die Studie können Fragen zu neuen Therapien, Impfungen oder Diagnoseverfahren beantwortet werden. Ausserdem testen sogenannte Prüfärzte in Studien, ob bekannte Behandlungen auch für neue Anwendungsgebiete geeignet sind.

Was ist eine klinische Studie?

Das Ziel einer jeden klinischen Studie ist, herauszufinden, ob das zu prüfende Arzneimittel oder das Diagnose- oder Behandlungsverfahren sowohl sicher als auch wirksam ist.

Zuerst testen Wissenschaftler dafür neue Arzneimittel oder Verfahren im Labor und anschliessend in Tierversuchen. Nur diejenigen Medikamente und Verfahren, die vielversprechende Ergebnisse zeigen, kommen dann in klinischen Studien zum Einsatz.
 

Sicherheit nach Prüfplan in klinischen Studien

Zu Beginn jeder Studie wird ein Prüfplan festgelegt. Dieser sorgt dafür, dass die Sicherheit und das Wohlbefinden der Probanden gewährleistet sind. Darin ist auch festgelegt, welche Voraussetzungen Patienten erfüllen müssen, um an der Studie teilnehmen zu können.

Der Prüfplan schreibt ausserdem vor:

  • wann welche Untersuchungen und Massnahmen erfolgen
  • welche Arzneimittel in welcher Dosierung angewendet werden
  • welche Kontrolluntersuchungen vorgesehen sind
  • wie lange die Studie dauern wird
  • welche Messgrössen (sogenannte Endpunkte) betrachtet werden
  • welche Informationen gesammelt werden

 

Warum führt Roche klinische Studien durch?

Bevor ein neues Arzneimittel oder ein neuer Diagnosetest auf den Markt gebracht werden kann, müssen seine Sicherheit und Wirksamkeit nachgewiesen werden. Diesen Nachweis erbringen gut aufgebaute, gut kontrollierte und sorgfältig überwachte klinische Studien bei Patienten, die sich freiwillig zur Teilnahme bereit erklärt haben.

Klinische Studien sind ein wichtiger Bestandteil des Prozesses zur Erforschung und Entwicklung neuer Arzneimittel und Diagnoseverfahren.

Die verschiedenen Phasen von klinischen Studien

Klinische Studien werden in mehreren Phasen durchgeführt. Jede Phase ist darauf ausgelegt, bestimmte Fragen zu beantworten; begleitend werden alle notwendigen Massnahmen ergriffen, um für die Sicherheit der Teilnehmer zu sorgen.

  • Der Ablauf klinischer Studien in drei Phasen

    Der Ablauf von klinischen Studien
    In der Regel wird jede neue Therapie in drei Phasen klinischer Studien geprüft, bevor die Aufsichtsbehörden sie als sicher und wirksam einstufen.

Bei einer Phase-I-Studie gibt es nur wenige Teilnehmer: typischerweise sechs bis zehn gesunde Freiwillige. Je nach Medikament können es aber auch schwerkranke Patienten sein, für die es an Behandlungsmöglichkeiten mangelt.

Studien der Phase I sind darauf ausgelegt, dass Forscher und Ärzte herausfinden, welche Auswirkungen das untersuchte Prüfpräparat bei Menschen hat. Hier geht es darum, im Hinblick auf die Sicherheit und Verträglichkeit zu untersuchen, was mit dem Arzneimittel im Körper passiert, nachdem es eingenommen bzw. als Spritze oder Infusion verabreicht wurde. Alle Studienteilnehmer werden auf das Auftreten und den Schweregrad von Nebenwirkungen beobachtet, die eventuell bei ihnen auftreten können.

Steht nach der Phase-I-Studie die Sicherheit des Prüfpräparats fest, wird in einer Phase-II-Studie eine grössere Patientengruppe untersucht. Die Gruppe umfasst typischerweise 20 bis 300 Patienten, je nach Art und Häufigkeit der Erkrankung.

Studien der Phase-II dienen dazu, erste Bewertungen der Sicherheit und Wirksamkeit eines Prüfpräparats bei Patienten vorzunehmen, und werden oft eingesetzt, um festzustellen, ob unterschiedliche Dosierungen der Behandlung unterschiedliche Wirkungen hervorrufen.

Die Patienten werden mit dem Arzneimittel in unterschiedlicher Dosierung behandelt und eng überwacht, um die Wirkungen zu vergleichen und die sicherste und wirksamste Dosierung zu ermitteln. Oft werden mehrere Phase-II-Studien durchgeführt, um das Prüfpräparat bei verschiedenen Patientengruppen und in verschiedenen Anwendungsgebieten zu testen.

In Studien der Phase III wird die Sicherheit und Wirksamkeit des untersuchten Arzneimittels bestätigt. Diese Studien werden meist mit sehr vielen Patienten durchgeführt, um den Nutzen und die Sicherheit der Therapie umfassend abzusichern. Die Studien der ersten drei Phasen können einen oder mehrere so genannte Behandlungsarme haben, in denen die Sicherheit und Wirksamkeit des untersuchten Prüfpräparates mit anderen verfügbaren Therapien verglichen wird oder das Arzneimittel in Kombination mit anderen Therapien untersucht wird. Auf der Grundlage der Phase-III-Studien wird entschieden, wie das Arzneimittel in Zukunft am besten bei Patienten anzuwenden ist.

Studien der Phase IV werden durchgeführt, nachdem das Arzneimittel von der Aufsichtsbehörde die Marktzulassung erhalten hat. Das Ziel ist es, weitergehende Informationen zur Wirksamkeit und Sicherheit des neuen Arzneimittels bei grossen Patientenzahlen und bestimmten Untergruppen von Patienten sowie im Vergleich zu und/oder in Kombination mit anderen verfügbaren Therapien zu gewinnen. Diese Studien dienen dazu, die Langzeitwirkung des Arzneimittels zu beurteilen. Auch ermöglichen sie es, seltener auftretende Nebenwirkungen zu erkennen.

Welche Arten von klinischen Studien gibt es?

Es gibt zwei Hauptarten, wie eine klinische Studie durchgeführt werden kann: Entweder als interventionelle Studie oder als Beobachtungs- beziehungsweise nicht-interventionelle Studie.
 

Interventionelle Studien

Eine interventionelle Studie ist eine klinische Studie, bei der die Teilnehmer mindestens eine Intervention (Behandlung, z. B. Medikamentenverabreichung) erhalten, damit die Forscher deren Auswirkungen evaluieren können. Die Zuteilung der Probanden beziehungsweise Patienten in die Interventionsgruppen (Behandlungsarme) ist im Studienprotokoll definiert. Die Teilnehmer können nicht nur Arzneimittel, sondern auch diagnostische, therapeutische oder andere Arten von Interventionen erhalten.

Zu den interventionellen Studienmodellen zählen unter anderem Einzelgruppen-, Parallelgruppen- und Cross-over-Studien.

  • Einzelgruppen-Studie
    Dabei handelt es sich um eine klinische Studie, bei der alle Teilnehmer die gleiche Intervention (Behandlung) erhalten.

    Einzelgruppen-Studie - Darstellung des Studiendesigns
  • Parallelgruppen-Studie
    Bei diesem Studiendesign erhalten zwei oder mehr Teilnehmergruppen verschiedene Interventionen. Bei einer zweiarmigen Parallelgruppen-Studie beispielsweise werden zwei Gruppen von Probanden/Patienten untersucht. Eine Gruppe erhält im Rahmen der Studie Medikament A, die andere „parallel“ dazu Medikament B.

    Parallelgruppen-Studie - Darstellung des Studiendesigns
  • Cross-over-Studie
    Hierbei handelt es sich um eine klinische Studie, bei der die Teilnehmergruppen zwei oder mehr Interventionen in einer festgelegten Reihenfolge erhalten. Bei einer Two-by-Two-Cross-over-Studie (d.h. einer Cross-over-Studie mit zwei Teilnehmergruppen und zwei Studienphasen) beispielsweise werden zwei Gruppen von Teilnehmern untersucht. Eine Gruppe erhält im ersten Zeitabschnitt Medikament A, gefolgt von Medikament B im zweiten Abschnitt. Die andere Gruppe erhält zuerst Medikament B und später Medikament A. Die beiden Studienpräparate werden also „über Kreuz“ (engl. cross-over) verabreicht.

    Cross-over-Studie - Darstellung des Studiendesigns

Nebst den Studienarten gibt es weitere Unterschiede, welche die Art der Studienarme, deren Zuteilung sowie die Verabreichungsart der Studienmedikamente betreffen können.

Offen: Sowohl die Probanden/Patienten als auch die Prüfärzte wissen, welches Medikament verabreicht wird (d.h. die Studie ist nicht verblindet).

Einfach verblindet: Im Gegensatz zu den Studienärzten erfahren die Probanden/Patienten nicht, ob sie das wirkstoffhaltige Arzneimittel erhalten oder eine andere Behandlung/ein Placebo.

Doppelt verblindet (doppelblind): Weder die Probanden/Patienten noch die Studienärzte kennen die Gruppenzuteilung.

Experimentalgruppe: Eine Gruppe von Teilnehmern, welche die Intervention (z. B. Studienmedikament) erhält, das Gegenstand der Studie ist.

Aktive Kontrollgruppe: Eine Gruppe von Teilnehmern, die eine Intervention (z. B. Medikament gemäss Standardtherapie) erhält, das als wirksam gilt.

Nicht-Interventionsgruppe: Eine Gruppe von Teilnehmern, die während einer klinischen Studie keine Intervention erhält.

Placebo-Kontrollgruppe: Eine Gruppe von Teilnehmern, die während einer klinischen Studie ein Placebo (d.h. eine inaktive Substanz) erhält.

Randomisierung: Die Zuteilung der Probanden/Patienten in einen Studienarm erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Weder der Proband/Patient noch der Prüfarzt kann die Zuteilung in eine Gruppe beeinflussen.

Nicht-Randomisierung: Die Probanden/Patienten werden ohne Randomisierung gezielt einer Studiengruppe zugewiesen, beispielsweise durch ärztlichen Entscheid.

Beobachtungsstudien

Bei Beobachtungsstudien beobachtet und evaluiert der Prüfarzt die Ergebnisse einer laufenden medizinischen Behandlung. Dabei verändert (interveniert) oder kontrolliert er die Therapie nicht, sondern hält sich an die übliche medizinische Praxis.

Die Probanden können diagnostische, therapeutische oder andere Arten von Interventionen erhalten. Auch hier teilt der Prüfarzt die Probanden nicht absichtlich einer spezifischen Intervention zu (im Gegensatz zu einer interventionellen Studie), sondern behandelt seine Patienten wie gewohnt.

Teilnahme an einer klinischen Studie

Um in eine klinische Studie aufgenommen zu werden, muss der potenzielle Teilnehmer bestimmte Anforderungen erfüllen (Teilnahmekriterien), die im Prüfplan der Studie beschrieben sind. Es gibt sowohl Einschlusskriterien (Voraussetzungen, die man erfüllen muss, um an der Studie teilnehmen zu können) als auch Ausschlusskriterien (Merkmale, mit denen man nicht an der Studie teilnehmen darf).

Diese Teilnahmekriterien sind nicht dazu da, jemanden persönlich auszuschliessen. Das Ziel solcher Kriterien ist es, nur Personen in die Studie aufzunehmen für welche die Teilnahme möglichst sicher ist. Ausserdem wird durch diese Teilnahmekriterien gewährleistet, dass die an der Studie teilnehmenden Personen möglichst ähnlich sind (u.a. hinsichtlich der Art und des Stadiums der Erkrankung). So kann sichergestellt werden, dass die Studiendaten so verlässlich wie möglich mit dem untersuchten Arzneimittel in Verbindung gebracht werden können.

Wie kann ich an einer klinischen Studie teilnehmen?

Um eine geeignete klinische Studie zu finden, können Sie sich an Ihren Arzt wenden. Ausserdem können Sie auf dem Portal zur Humanforschung in der Schweiz auf www.kofam.ch und der internationale Website www.ClinicalTrials.gov nach geeigneten Studien zu Ihrer Krankheit suchen.

Um Ihnen den Zugriff auf Studien via www.ClinicalTrials.gov zu erleichtern, finden Sie im Anschluss einige Links mit gängigen Therapiebereichen.

 

Entscheidungsfindung: Möchte ich an einer klinischen Studie teilnehmen?

Wenn Sie an einer Studienteilnahme interessiert sind, dann sollten Sie umfassend über die klinische Studie Bescheid wissen, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen. Bei Bedarf können Sie mit Ihrem Arzt einen Termin vereinbaren, um ausführlich über die Einzelheiten der Studie zu sprechen. Das nennt man auch „Gespräch zur Information und Einwilligung“. Folgende Fragen können für die Vorbereitung auf dieses Gespräch hilfreich sein:

Wie wird die Sicherheit der Studienteilnehmer gewährleistet?

Wenn Sie darüber nachdenken, an einer klinischen Studie teilzunehmen, stellen Sie sich vielleicht folgende Fragen:

  • Mit welchen Risiken ist die Teilnahme an der klinischen Studie für mich verbunden?
  • Wer überprüft die Sicherheit der Teilnehmer?

Es gibt internationale und nationale Vorschriften (siehe www.swissethics.ch im Bereich „Gesetzgebung / Richtlinien“), die den Schutz der Sicherheit und die Einhaltung ethischer Grundsätze gewährleisten. Diese Vorschriften regeln unter anderem:

Bevor Sie an einer Studie teilnehmen dürfen, ist Ihre Einwilligung erforderlich. Ergeben sich während Ihrer Studienteilnahme neue Erkenntnisse oder Änderungen an der Studie, werden sie umgehend informiert. Wirken sich diese möglicherweise auf Ihre Gesundheit oder Ihre Bereitschaft zur weiteren Teilnahme aus, ist eine neue Einverständniserklärung nötig. Wenn Sie die Teilnahme an der Studie fortsetzen wollen, werden Sie oder Ihr gesetzlicher Vertreter aufgefordert, eine aktualisierte Einwilligungserklärung zu unterschreiben.

  • Wissenschaftliche Experten von Roche
  • Schweizer Ethikkommissionen
  • Schweizer Arzneimittelbehörde (Swissmedic)
  • Unabhängiger Datenüberwachungsausschuss (IDMC)/Unabhängiges Gremium zur Überwachung der Sicherheit (DSMB) von Roche
  • Studienteam, bestehend aus:
    Studienärzte / Studien-Pflegefachkräfte / Studienkoordinatoren in Ihrer Klinik / Klinische Monitore/Vertreter von Roche
  • Schweizer Ethikkommissionen
  • Schweizer Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

Welche Rechte haben die Teilnehmer einer klinischen Studie?

Die Teilnehmer haben Anspruch auf eine klinische Studie, die allen rechtlichen und ethischen Standards entspricht. Ausserdem haben die Teilnehmer Anrecht auf:

  • Einen klaren, transparenten Einwilligungsprozess, bevor sie sich für die Studienteilnahme entscheiden
  • Beendigung der Studienteilnahme zu jedem beliebigen Zeitpunkt

Der Zweck des Einwilligungsprozesses ist es, sämtliche Fragen rund um die Teilnahme an einer klinischen Studie zu klären. Nur wer nach Klärung aller seiner Fragen eine Einwilligungserklärung unterzeichnet, kann an der Studie teilnehmen. Mit ihrer Unterschrift bestätigen die Teilnehmer:

  • dass sie glauben, alle wichtigen Informationen über die Studie erhalten zu haben.
  • dass sie diese Informationen verstehen.
  • dass sie sich aus ihrem eigenen, freien Willen dafür entschieden haben, an der Studie teilzunehmen.

Eine Einwilligungserklärung ist kein Vertrag. Das bedeutet auch, dass die Teilnehmer jederzeit ihre Meinung ändern können.

Jeder Teilnehmer hat das Recht, die Studienteilnahme jederzeit zu beenden.

Eine solche Beendigung der Studienteilnahme hat keinerlei Auswirkungen auf das sonstige Verhältnis zum behandelnden Arzt. Ausserdem zieht sie keinerlei Verlust von Rechten oder Ansprüchen, die man als Studienteilnehmer unabhängig von der Studie hat, nach sich. Mögliche medizinische Risiken einer plötzlichen Beendigung der Studienteilnahme sollten in der Patienteninformation zur Einwilligungserklärung erläutert sein.
 

Welche rechtlichen und ethischen Standards legt Roche bei klinischen Studien an?

Würde, Rechte, Sicherheit und Wohlergehen jeder Person, die an einer klinischen Studie teilnimmt, müssen in deren Verlauf geschützt werden. Alle Teilnehmer stellen freiwillig persönliche Informationen bereit, um damit dem Allgemeinwohl zu dienen. Deshalb verdienen sie unbedingt unsere Dankbarkeit und unseren Respekt.

Es ist Roche ein zentrales Anliegen, bei seinen klinischen Studien sämtliche relevanten Leitlinien, Gesetze und Vorschriften einzuhalten. Alle Roche-Studien werden im Einklang mit den Grundsätzen der Deklaration von Helsinki durchgeführt. Verlangen Gesetze und Vorschriften eines Landes strengere Teilnehmerrechte, so werden selbstverständlich diese eingehalten.

Als Mindeststandards fungieren bei klinischen Studien von Roche die in den Leitlinien für Gute Klinische Praxis (GCP-Guidelines) der Internationalen Konferenz für die Harmonisierung der Beurteilungskriterien von Human-Arzneimitteln (ICH) von Januar 1997 niedergelegten Prinzipien.

Ein besonders wichtiger Aspekt der Deklaration von Helsinki ist die Einwilligung nach Aufklärung der Studienteilnehmer. Der Einwilligungsprozess soll von Informationsaustausch und gemeinsamer Entscheidungsfindung geprägt sein: Ärzte und Teilnehmer der Studie sollen offen über die geplante Forschung sprechen und einander ihre Ziele und Werte offenlegen. So gewährleistet der Prozess, dass die persönlichen Werte und das Wohlbefinden der Studienteilnehmer gewahrt werden und dass die Ärzte ihrer Pflicht nachkommen, die Risiken und Vorteile der Studie verständlich zu machen.
 

Wie wird die Einhaltung rechtlicher und ethischer Standards von unabhängiger Seite überwacht?

Roche  verpflichtet sich, ethisch zu handeln und Teilnehmer an von Roche gesponserten Studien nach höchsten Standards zu betreuen. Daher begrüsst Roche externe Kontrollen ihrer klinischen Studien. Gemäss dem Konzept der Kontrolle durch eine unabhängige Instanz müssen als klinische Studien geplante Forschungsprojekte von qualifizierten Fachpersonen kontrolliert werden, die weder den Prüfern noch den Sponsoren unterstehen.

Unabhängige Kommissionen genehmigen und überwachen Studien, an denen Menschen teilnehmen. Weltweit sind das die unabhängigen Ethikkommissionen, welchen Wissenschaftler, Ethiker, Juristen und Vertreter aus der Bevölkerung angehören.

Die unabhängige Überwachung von klinischen Studien trägt dazu bei, die Integrität klinischer Forschung zu gewährleisten: Sowohl was ihre wissenschaftlichen Gültigkeit als auch den Schutz der Probanden betrifft.

Wie stellt Roche sicher, dass klinische Studien gemäss den rechtlichen und ethischen Standards durchgeführt werden?

Roche hat interne Standards und Systeme entwickelt. Diese stellen sicher, dass alle Leitlinien, Vorschriften und gesetzlichen Bestimmungen erfüllt werden. Alle Mitarbeitenden und Auftragnehmer von Roche, die mit klinischen Studien für Roche zu tun haben, müssen lokale Gesetze und internationale Leitlinien streng einhalten. Sie müssen ihre Forschung mit Integrität durchführen und jederzeit die höchsten Standards für medizinische Behandlung und Achtung des Patienten anwenden. Deshalb stellt Roche sicher, dass alle Mitarbeitenden, die mit klinischen Studien und benachbarten Bereichen zu tun haben, in den Grundsätzen der Guten Klinischen Praxis (GCP) geschult werden.
 

Wie wählt Roche die teilnehmenden Zentren für klinische Studien aus?

Wir führen unsere klinischen Studien in zahlreichen Studienzentren in vielen verschiedenen Ländern durch. Die geographische Vielfalt dieser Studienzentren ist von grosser Bedeutung. Sie hilft uns sicherzustellen, dass die Teilnehmer der Studien repräsentativ für die Gesamtheit der Patienten sind, bei denen das jeweilige neue Arzneimittel Anwendung findet.

Bei der Auswahl der Zentren, die an einer klinischen Studie teilnehmen sollen, berücksichtigen wir mehrere Faktoren wie etwa Fachkompetenz, Infrastruktur sowie Verfügbarkeit der Patienten.

Wie wird der Schutz der Patientendaten gewährleistet?

Wenn ein Patient sich dafür entscheidet, an einer Studie teilzunehmen, müssen mehrere Personen über diese Teilnahme informiert werden. Dies sind:

  • Der Hausarzt des Patienten, der für seine routinemässige Gesundheitsversorgung zuständig ist
  • Der Studienarzt und das Studienteam, die sich im Rahmen der Studie um den Patienten kümmern

Nimmt eine Person an einer Studie teil, wird das in der Patientenakte vermerkt. Die Studienärzte dürfen nicht gegenüber Dritten offenlegen, dass ein Patient an einer Studie teilnimmt. Dies dürfen sie nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Patienten.

Während der Studie werden alle Informationen, die über die Teilnehmer gesammelt werden, vertraulich behandelt – genau wie alle anderen Informationen aus der Patientenakte. Wenn die Studienärzte die Ergebnisse einer Studie veröffentlichen, darf die Veröffentlichung keine Angaben enthalten, an denen einzelne Personen erkennbar wären. Der Name eines Patienten darf beispielsweise nicht in Berichten oder sonstigen Veröffentlichungen genannt werden.

Im sogenannten Prüfplan der klinischen Studie wird beschrieben, was mit den Proben und Daten der Teilnehmer geschieht. In bestimmten Abschnitten dieses Plans wird genau angegeben, wie lange Proben und Daten aufbewahrt werden müssen, bevor sie vernichtet werden. Wenn Proben oder Daten weiter verwendet werden sollen, muss dies im Prüfplan der Studie sowie der Patienteninformation und Einwilligungserklärung beschrieben sein.
 

Welche Art von Information veröffentlicht Roche über klinische Studien?

Roche erstellt zur klinischen Studie Berichte (wie z.B. Clinical Study Reports (CSR), Unbedenklichkeitsberichte). Diese enthalten anonymisierte Personendaten und werden den Ethikkomissionen sowie Zulassungsbehörden zur Verfügung gestellt.

Die Prüfpläne aller klinischen Studien von Roche werden – zusammen mit den Ergebnissen der Studien – auf www.ClinicalTrials.gov  veröffentlicht. Studien, welche in der Schweiz durchgeführt werden, sind zusätzlich auf der Internetseite des Bundesamtes für Gesundheit unter www.kofam.ch zugänglich.
 

Was bedeutet der Abschluss einer klinischen Studie für die Teilnehmer?

Roche ist durch die internationalen Qualitätsgrundsätze der Guten Klinischen Praxis (GCP) sowie durch geltende Bestimmungen und Gesetze verpflichtet, die Aufzeichnungen aus klinischen Studien für einen bestimmten Zeitraum aufzubewahren. Endet eine klinische Studie, hat das keine Auswirkung auf die Vertraulichkeit dieser Daten. Sie sind unverändert vor dem Zugang durch Dritte geschützt.

Bei der Durchführung klinischer Studien hält Roche in jeder Hinsicht hohe Qualitäts- und Ethikstandards ein.

Roche verpflichtet sich, in klinischen Studien, deren Sponsor das Unternehmen ist, das untersuchte Arzneimittel für die Dauer der Studie kostenlos zur Verfügung zu stellen, wie es die GCP verlangt. Im Rahmen dieser Verpflichtung und gemäss der Deklaration von Helsinki bietet Roche an, dass Patienten, die an klinischen Studien mit Roche als Sponsor teilgenommen haben, auch nach Studienende weiterhin Zugang zum untersuchten Arzneimittel erhalten, wenn dies angemessen ist.