Vater mit Darmkrebs und Sohn am Lagerfeuer beim Camping

Leben mit Darmkrebs

Eine Darmkrebserkrankung und deren Therapie belasten Körper und Seele. Mit der richtigen Ernährung und regelmässiger Bewegung können Betroffene ihre Gesundheit stärken und ihre Lebensqualität fördern. Rehabilitationsprogramme und die Darmkrebs-Nachsorge unterstützen Patienten auf dem Weg zurück in Alltag und Beruf.

Ernährung bei Darmkrebs

Darmkrebspatienten müssen ihre Ernährung in der Regel nicht dauerhaft umstellen. Nach einer Operation, bei einem künstlichen Darmausgang (Stoma) oder während einer Chemo- oder Strahlentherapie können bestimmte Ernährungsempfehlungen jedoch helfen, den Körper zu unterstützen und das Wohlbefinden zu steigern.

Ernährung nach der Operation

Ist ein Teil des Darms entfernt oder die Darmschleimhaut geschädigt worden, können nach der Operation vorübergehend Verdauungsprobleme auftreten. Verzichten Sie daher in dieser Phase auf schwer verdauliche oder blähende Lebensmittel und schonen Sie Ihren Darm mit ballaststoffarmer Kost. Nehmen Sie kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich. Damit können Sie den Darm zusätzlich entlasten. Tasten Sie sich langsam wieder an normale Kost heran. Achten Sie dabei darauf, was Ihnen gut bekommt und was Sie nicht so gut vertragen.

Führen Sie ein Ernährungstagebuch: So haben Sie schnell einen Überblick über für Sie verträgliche Lebensmittel.

Bei Unsicherheiten kann es Ihnen helfen, alle Lebensmittel aufzuschreiben, die Sie über den Tag essen. Notieren Sie sich nach den Mahlzeiten, wie Sie sich fühlen. Ein so geführtes Ernährungstagebuch kann auch Ihrem Arzt helfen, mit Ihnen einen individuellen Ernährungsplan aufzustellen.

Ernährungstipps für Stomaträger

Auch Patienten mit einem künstlichen Darmausgang müssen ihre Ernährung nicht komplett umstellen. Mit der richtigen Auswahl an Lebensmitteln können Sie aber möglichen Beschwerden entgegenwirken. Testen Sie mit kleinen Portionen, wie Sie auf bestimmte Lebensmittel reagieren.

Nach einer Gewöhnungsphase können die meisten Patienten mit einem Stoma fast alles essen, worauf sie Appetit haben.

Um Durchfall und Blähungen vorzubeugen, sollten Sie die Mengen einiger Lebensmittel verringern. Dazu gehören:

  • Kohlensäure- und koffeinhaltige Getränke
  • Alkohol
  • Frisches Obst
  • Zwiebeln, Knoblauch, Hülsenfrüchte, Kohlsorten, Peperoni (Paprika), Pilze, Spargel
  • Eier oder Lebensmittel mit Eiern wie beispielsweise Mayonnaise

Essen Sie stattdessen Lebensmittel, die Blähungen vorbeugen und geruchshemmend wirken, wie zum Beispiel:

  • Heidelbeeren, Preiselbeeren
  • Joghurt
  • Grüne Salate, Spinat, Mangold, Petersilie

Wohltuender Kümmel-, Fenchel-, Anis- oder Ingwertee wirkt sich ebenfalls positiv auf Ihren Darm und Ihr Wohlbefinden aus.

Wenn Sie sich bei Ihrer Ernährung unsicher fühlen oder nach dem Essen immer wieder Beschwerden auftreten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er kann Sie an einen Ernährungsberater überweisen, der mit Ihnen zusammen einen ausgewogenen, auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Speiseplan erarbeitet.

  • Ein Ernährungsberater hilft Darmkrebspatienten bei der Zusammenstellung eines ausgewogenen Speiseplans.

    Gespräch zwischen Ernährungsberaterin und Darmkrabspatient

Ernährung bei Strahlen- oder Chemotherapie

Bei Darmkrebstherapien – insbesondere bei der Strahlen- und der Chemotherapie – können Nebenwirkungen auftreten, die den Appetit und das Gewicht negativ beeinflussen. Dazu gehören Übelkeit und Erbrechen sowie eine veränderte Geruchs- und Geschmackswahrnehmung. Trotzdem sollten Betroffene versuchen, ihr Gewicht stabil zu halten. Gerade jetzt ist es wichtig, den Körper mit gesunden Nährstoffen und ausreichend Energie zu stärken.

Die folgenden Tipps können Beschwerden lindern:
 

Übelkeit und Erbrechen

  • Würzen Sie Ihre Speisen nur wenig.
  • Essen Sie püriertes oder geriebenes Gemüse, Getreide oder Obst.
  • Pfefferminztee nach dem Essen kann die Bekömmlichkeit der Speisen verbessern.
  • Wichtig: Gleichen Sie Ihren Flüssigkeitsverlust aus.

 

Gereizte Mundschleimhaut

  • Vermeiden Sie scharfe und bröselige Speisen.
  • Verzichten Sie auf kohlensäurehaltige Getränke.

 

Geschmacksveränderungen

  • Spülen Sie Ihren Mund vor dem Essen mit Wasser aus.
  • Würzen Sie Ihre Speisen mit frischen Kräutern wie Petersilie, Basilikum oder Ingwer.
  • Marinieren Sie Ihr Fleisch je nach Geschmack.

Wenn Sie sensibel auf Essensgerüche reagieren, bitten Sie Angehörige, für Sie zu kochen. Das Lüften der Wohnung nach dem Kochen kann ebenfalls helfen. Setzen Sie bei der Zusammenstellung Ihres Speiseplans vor allem auf energiereiche, fetthaltige Lebensmittel und hochwertiges Eiweiss. Greifen Sie beispielsweise zu diesen bekömmlichen Lebensmitteln:

  • Kartoffeln, Nudeln oder geschälter Reis liefern Energie in Form von Kohlenhydraten.
  • Fetter Fisch, wie Makrele, Lachs oder Hering, enthält wichtige Fettsäuren.
  • Geflügel oder Milchprodukte versorgen Sie mit hochwertigem Eiweiss.
  • Rote Bete, Spinat oder Fenchel enthalten viel Folsäure.
  • Teller mit gebratenem Fisch und Bohnen ist gesund für Darmkrebspatienten

    Fette Seefische versorgen Darmkrebspatienten mit wichtigen Omega-3-Fettsäuren.

Bewegung bei Darmkrebs

Regelmässige Bewegung und Phasen der Entspannung fördern die Gesundheit und steigern die Lebensqualität. Doch Darmkrebspatienten sind oft unsicher, ob sie während oder nach der Therapie Sport treiben dürfen. Zudem können Begleiterscheinungen wie starke Müdigkeit Betroffene davon abhalten, körperlich aktiv zu sein. Doch die wenigsten Darmkrebspatienten sind von der Erkrankung oder der Behandlung so beeinträchtigt, dass sie sich nur schonen müssen. Im Gegenteil: Ein bewusstes Bewegungsprogramm während und vor allem nach der Therapie fördert nachweislich Ihre Lebensqualität.

Bewegung tut gut

Körperlich aktiv zu sein, wirkt sich auf vielfältige Weise positiv auf Ihr Wohlbefinden aus. Mit einem moderaten Training während der Therapiephase können Sie einigen Nebenwirkungen aktiv entgegenwirken. Sie können Ihre Leistungsfähigkeit erhöhen und das Vertrauen in Ihren Körper stärken. Viele Patienten kommen durch Sport auch auf andere Gedanken und können seelische Probleme besser bewältigen.

Neuste Studien deuten darauf hin, dass körperliche Aktivität das Risiko für einen Rückfall und die Sterblichkeitsrate von Darmkrebspatienten senken kann.

Bewegung trägt somit massgeblich zu Ihrer Lebensqualität bei. Auch Patienten, die vor ihrer Erkrankung wenig Sport getrieben haben, können von den positiven Effekten profitieren.

Das richtige Training bei Darmkrebs

Körperliche Aktivität bedeutet nicht, dass Sie sportliche Höchstleistungen erbringen sollen. Wichtig ist, dass Sie sich regelmässig bewegen. Das kann auch der tägliche Spaziergang sein. Optimal ist eine Kombination aus moderatem Ausdauertraining – beispielsweise Walking, Schwimmen oder Radfahren – und gezielten Kräftigungsübungen. Aber überfordern Sie sich dabei nicht: Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers und steigern Sie die Intensität des Trainings allmählich.

Nach einer Operation können Sie in der Regel wieder mit einem leichten Training anfangen, sobald die Wundheilung abgeschlossen ist. In jedem Fall ist es aber ratsam, Ihr Bewegungsprogramm immer zuerst mit Ihrem Arzt abzustimmen. Er kann Sie beraten, welche Aktivitäten für Sie sinnvoll sind.

  • Geschulter Trainer zeigt Darmkrebspatienten Sportübungen

    Gerade zu Beginn empfiehlt es sich, das Training unter fachlicher Anleitung durchzuführen.

Planen Sie auch regelmässige Phasen der Entspannung ein. Methoden wie autogenes Training, Yoga oder Mediation können Ihnen helfen, neue Kräfte zu sammeln und Anspannungen zu lösen.

Rehabilitationsprogramme nach einer Darmkrebstherapie

Onkologische Rehabilitationsprogramme verbessern die Lebensqualität und können Darmkrebspatienten den Weg zurück in Alltag und Beruf erleichtern. Die Programme umfassen vielfältige Massnahmen wie Physiotherapie, Ernährungsberatung sowie psychoonkologische und sozialrechtliche Beratung. In einigen Regionen werden auch Methoden der Komplementärmedizin und Kreativtherapien wie die Kunst-, Gestaltungs- und Musiktherapie angeboten.

Wenn Sie sich für eine Teilnahme an einem Rehabilitationsprogramm interessieren, sprechen Sie am besten mit Ihrem Onkologen. Gemeinsam können Sie entscheiden, welche Massnahmen für Sie sinnvoll sind. Bei einer entsprechenden Verordnung durch Ihren Arzt können die Kosten über die Krankenkasse abgerechnet werden. An einer onkologischen Rehabilitation können Sie ambulant oder stationär teilnehmen. Angebote in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Nachsorge bei Darmkrebs

Nach Abschluss der Darmkrebstherapie empfehlen Ärzte den Patienten eine regelmässige Nachsorge. Sie dient dazu, eventuelle Folgebeschwerden der Krankheit oder der Therapie zu erkennen und zu behandeln. Zudem kann der Arzt einen möglichen Rückfall oder eine erneute Erkrankung frühzeitig entdecken.

Die Nachsorge bietet Darmkrebspatienten eine fortlaufende medizinische und psychologische Betreuung.

Die regelmässigen Untersuchungen können Sie als Patient aber auch nutzen, um aufkommende Fragen zu besprechen. Das betrifft nicht nur medizinische Aspekte, auch Schwierigkeiten im Umgang mit der Erkrankung, im Alltag oder sozialrechtliche Fragen können Sie hier ansprechen. Ihr Arzt kann Sie bei Bedarf an Fachleute wie Psychoonkologen, Stomatherapeuten oder Ernährungsberater überweisen.


Zögern Sie bei Beschwerden nicht, auch zwischen zwei Nachsorgeterminen Ihren Arzt aufzusuchen.


Das Zeitintervall der Nachsorgeuntersuchungen variiert je nach individueller Krankheitssituation und abhängig davon, wie lange die Erkrankung bereits zurückliegt. Ihr Arzt wird mit Ihnen einen individuellen Nachsorgeplan erstellen.

Zusammenfassung

Mit einer gesunden, bedarfsgerechten Ernährung und regelmässiger Bewegung können Darmkrebspatienten ihren Körper unterstützen und ihre Lebensqualität steigern. Rehabilitationsprogramme und Nachsorgetermine unterstützen nach Abschluss der Therapien den Weg zurück ins gewohnte Leben.