Frau mit Eierstockkrebs blickt mit Ihrem Mann in die Landschaft

Eierstockkrebs behandeln

Eierstockkrebs, auch Ovarialkarzinom genannt, ist eine ernste gynäkologische Krebserkrankung. Durch moderne Forschung und das interdisziplinäre Arbeiten von Chirurgen, Onkologen und Gynäkologen lässt sich Eierstockkrebs aber besser behandeln denn je. Es gilt: Je früher der Tumor erkannt wird, desto grösser sind die Heilungschancen.

Therapieformen bei Eierstockkrebs

Die Basistherapie bei Eierstockkrebs bleibt die Operation. Diese wird meist mit einer ChemotherapieMedikamentöse, im gesamten Organismus wirkende Therapie von Krebserkrankungen, bei der die Vermehrung von Krebszellen gehemmt wird. ergänzt, die eventuell noch verbleibende Krebszellen im Körper bekämpft. Manchmal kommen auch weitere medikamentöse Therapien zum Einsatz. Der Frauenarzt ist erster Ansprechpartner und kann an ein Spital mit Spezialisten weitervermitteln. Die Behandlung hängt immer davon ab, welcher TumortypAbhängig vom Zelltyp, aus dem sich der Tumor entwickelt, z. B. aus Drüsen-, Muskel-, Binde- oder Stützgewebe. und welches StadiumDas Klassifikationssystem der Genfer Union internationale contre le cancer (UICC) unterteilt Tumore je nach Ausbreitungs- und Differenzierungsgrad in fünf verschiedene Stadien von 0 bis IV. vorliegen.

Damit Sie alle Fragen im Blick haben, können Sie sich Ihre persönliche Checkliste unter der Rubrik Informieren erstellen.


Operation

Eine Operation ist abhängig vom Ausmass des Tumors und seinem Ursprungsort. In einem frühen StadiumDas Klassifikationssystem der Genfer Union internationale contre le cancer (UICC) unterteilt Tumore je nach Ausbreitungs- und Differenzierungsgrad in fünf verschiedene Stadien von 0 bis IV. wird nur der befallene Eierstock mit dem zugehörigen Eileiter entnommen; bei einer radikalen Operation die Eierstöcke, die Eileiter, die Gebärmutter, Teile des Bauchfells und die Lymphknoten entlang der grossen Bauchschlagader und im kleinen Becken. Häufig müssen auch Teile des Darms entfernt und vorübergehend ein künstlicher DarmausgangAuch „Stoma“ genannt: Schnittöffnung in der Bauchdecke, die mit dem Ende des gesunden Darms vernäht wird. Mit einem solchen „Stoma“ wird die Funktion eines normalen Darmausgangs nachgeahmt. angelegt werden.

Eine Operation bei Eierstockkrebs hat folgende Ziele:

  • gesicherte Diagnose stellen
  • Ausmass und Krankheitsstadium feststellen
  • Tumor, MetastasenEinzelne Tumorzellen, die vom ursprünglichen Tumor über Blut- und Lymphbahnen in andere Organe oder Gewebestrukturen wandern. und befallene Lymphknoten entfernen
  • Voraussetzungen für ChemotherapieMedikamentöse, im gesamten Organismus wirkende Therapie von Krebserkrankungen, bei der die Vermehrung von Krebszellen gehemmt wird. schaffen
  • Symptome und Schmerzen lindern

Chemotherapie

Fast immer ist im Anschluss an die Operation eine ChemotherapieMedikamentöse, im gesamten Organismus wirkende Therapie von Krebserkrankungen, bei der die Vermehrung von Krebszellen gehemmt wird. erforderlich. Spezielle Medikamente (Zytostatika) hemmen die Ausbreitung des Tumors. In einer Chemotherapie werden für eine bessere Wirksamkeit häufig verschiedene Zytostatika miteinander kombiniert. Eine Chemotherapie wirkt im gesamten Körper (systemisch). Sie bekämpft somit auch MetastasenEinzelne Tumorzellen, die vom ursprünglichen Tumor über Blut- und Lymphbahnen in andere Organe oder Gewebestrukturen wandern. in anderen Körperbereichen. Da bei Eierstockkrebs die genaue Ausbreitung schwer und häufig erst spät feststellbar ist, gehört die Chemotherapie ebenfalls zu den Basistherapien.

Eine Chemotherapie wird je nach Wirkstoff entweder ambulant per Infusion oder in Tablettenform verabreicht.

Zytostatika greifen Tumorzellen, aber auch gesunde Zellen an, die sich häufig teilen. Dies betrifft insbesondere Haarfollikel, Knochenmark und Schleimhäute. Häufige Nebenwirkungen einer ChemotherapieMedikamentöse, im gesamten Organismus wirkende Therapie von Krebserkrankungen, bei der die Vermehrung von Krebszellen gehemmt wird. sind:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Haarausfall
  • Durchfall und Bauchschmerzen
  • Müdigkeit
  • Herabgesetzte Immunabwehr

Angiogenese

Tumoren regen ab einer bestimmten Grösse die Bildung neuer Blutgefässe an, um sich mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen zu können. Dieser Vorgang heisst Angiogenese. Sogenannte Angiogenese-Hemmer gehören zur Gruppe der AntikörpertherapienAntikörperbasierte Therapie, die speziell das Wachstum der Tumorzellen hemmt. Gesunde Zellen werden geschont. . Sie zielen darauf ab, die Bildung einer eigenen Blutversorgung zu unterbinden. Der Tumor wird „ausgehungert“, die Krebszellen werden in ihrem Wachstum gestoppt und sterben ab.

PARP-Inhibitoren

Eine weitere Therapieoption bilden sogenannte PARP-Inhibitoren. PARP steht für Poly-ADP-Ribose-Polymerase und ist ein körpereigenes Enzym, das Schäden an der DNA reparieren kann. Dieses Wirkprinzip machen sich PARP-Inhibitoren zunutze, in dem sie diesen Reparaturmechanismus in den Krebszellen hemmen. Wenn DNA-Schäden dann nicht durch einen anderen Mechanismus repariert werden können, sterben sie ebenfalls ab. Für Frauen mit einem HER2-negativem Brustkrebs und einer nachgewiesenen BRCA-Mutation kann die Behandlung mit einem PARP-Inhibitor infrage kommen.

Krebsimmuntherapie

Das Immunsystem kann krankhaft veränderte Körperzellen erkennen und bekämpfen. Manche Krebszellen sind jedoch in der Lage, die körpereigene Abwehr „auszubremsen“. Hier setzt die Krebsimmuntherapie an: Indem sie die Bremsen wieder löst, hilft sie dem Immunsystem indirekt dabei, Krebszellen zu zerstören. Auch zu Eierstockkrebs werden klinische StudienKontrollierte wissenschaftliche Untersuchungen, die die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit neuer Wirkstoffe oder Therapieansätze prüfen. Wichtiger Bestandteil des Zulassungsprozesses von neuen Medikamenten. zur Wirksamkeit von Krebsimmuntherapien durchgeführt.

Zusammenfassung

Eierstockkrebs wird meist mit einer Operation und anschliessender Chemotherapie behandelt. Darüber hinaus sind weitere medikamentöse Therapien verfügbar. Stadium und Ausbreitung sind entscheidend für die Wahl der individuell passenden Therapie.