Frau mit Eierstockkrebs geht mit Partner spazieren

Eierstockkrebs verstehen

Rund 600 Frauen sind jährlich in der Schweiz von Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) betroffen. Das entspricht in etwa drei Prozent der Krebsfälle insgesamt bei Frauen. Meist tritt Eierstockkrebs ab einem Alter von 50 Jahren auf, auch wenn jüngere Frauen ebenfalls daran erkranken können.

Was bedeutet Eierstockkrebs?

Die Eierstöcke, auch Ovarien genannt, gehören zu den primären weiblichen Geschlechtsorganen. Dort wachsen die Eizellen heran. Die Eierstöcke produzieren auch die Geschlechtshormone ÖstrogenWeibliches Geschlechtshormon, das in den Eierstöcken produziert wird. und ProgesteronWeibliches Geschlechtshormon, das in den Eierstöcken produziert wird., die sämtliche Abläufe im weiblichen Körper beeinflussen.

Die Eierstöcke

(1) Gebärmutter
(2) Eileiter
(3) Eierstock
(4) Gebärmutterhals
(5) Vagina

Bei Eierstockkrebs kommt es zu einer Entartung und unkontrollierten Teilung von Zellen der Eierstöcke. Eine Krebsgeschwulst kann an den Eierstöcken, an den Eileitern (Tuben), am oder im Gebärmutterkörper (Corpus) oder am primären Bauchfell (Peritoneum) entstehen. Es werden bei allen Formen dieselben Behandlungsmethoden eingesetzt.

Acht von zehn Frauen, die an Eierstockkrebs erkrankt sind, sind zum Zeitpunkt der Diagnose älter als 50 Jahre.

Wie entsteht Eierstockkrebs?

Bösartige Tumoren oder Karzinome sind Gewebegeschwulste, die in umliegendes Gewebe wachsen und es zerstören können. Anders als gesunde Zellen halten sie sich nicht an die natürlichen Grenzen der Organe, sondern teilen sich immer weiter. Ausgehend von den Eierstöcken kann sich der Tumor in den Bauchraum ausbreiten. Zu Beginn der Erkrankung verursacht Eierstockkrebs keine oder wenige Symptome. In der Regel wird Eierstockkrebs erst bemerkt, wenn Druck auf andere Organe entsteht. Frühere Diagnosestellungen sind daher meist Zufallsbefunde.

  • Darstellung eines Tumors im Eierstock

    Tumor in einem Eierstock

Risikofaktoren für Eierstockkrebs

Eindeutige Risikofaktoren für Eierstockkrebs gibt es nicht. Dennoch können verschiedene Gegebenheiten zusammenspielen:

  • Fortgeschrittenes Alter
  • Kinderlosigkeit
  • Frühes Einsetzen der Regel sowie späte Wechseljahre
  • Hormonbehandlungen in den Wechseljahren
  • Bestehende Brustkrebserkrankung
  • Genetische Veranlagung
  • Diabetes oder starkes Übergewicht

Genetische Veranlagung für Eierstockkrebs

Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Frauen gibt es eine familiäre VeranlagungSpezielle Krebsform, verursacht durch eine auf die Kinder vererbbare Genveränderung, die die Wahrscheinlichkeit an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken erhöht. für Brust- und Eierstockkrebs. Bei diesen Frauen lässt sich eine vererbte Veränderung (MutationSpontan auftretende bleibende Veränderungen der Erbgutinformation einer Zelle. ) der BRCA1- und BRCA2-Gene nachweisen. BRCA steht für „BReast CAncer“, also Brustkrebs. Durch diese Mutationen steigt das Risiko, an familiärem Eierstock- oder auch Brustkrebs zu erkranken. Allerdings entwickelt bei weitem nicht jede Frau mit einer vorliegenden Mutation auch Eierstock- oder Brustkrebs. Frauen, die eine erbliche Belastung vermuten, können sich einer genetischen Beratung mit Blutuntersuchung unterziehen. Genetische Untersuchungen werden in Spezialzentren angeboten.

Früherkennung von Eierstockkrebs

Anders als für andere Krebserkrankungen gibt es keine wirklichen Früherkennungsuntersuchungen für Eierstockkrebs. Genauso wenig, wie es Frühsymptome gibt, gibt es gesetzlich vorgeschriebene Früherkennungsprogramme. Frauen mit einer möglichen genetischen Veranlagung sollten sich daher engmaschig mit ihrem Gynäkologen abstimmen, ob weiterführende Untersuchungen sinnvoll sind. Auch die jährlich vorgesehenen Kontrolluntersuchungen sind mit zunehmendem Alter besonders wichtig.

 

Sprechen Sie mit Ihrem Gynäkologen über bemerkte Veränderungen oder Symptome.

 

Symptome bei Eierstockkrebs

Folgende Symptome können auf Eierstockkrebs hinweisen und sollten immer von einem Facharzt abgeklärt werden:

  • Angeschwollener Unterbauch
  • Andauernde Schmerzen
  • Zyklusstörungen
  • Blutungen (insbesondere nach den Wechseljahren)
  • Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden

Diagnoseverfahren bei Eierstockkrebs

Für die Diagnosestellung kommen unterschiedliche Verfahren infrage, die jedoch nicht alle zum Einsatz kommen müssen. Bei der gynäkologischen Untersuchung tastet der Arzt Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter und Scheide ab. Fallen hier Verdickungen des Gewebes auf, sind meist weitere Untersuchungen erforderlich. Bei der Ultraschalluntersuchung über den Bauch oder über die Scheide kann der Arzt Veränderungen an der Gebärmutter, den Eierstöcken oder den umliegenden Lymphknoten und Organen darstellen. Weitere bildgebende Verfahren sind die ComputertomografieBildgebendes diagnostisches Verfahren. Berechnet Schnittbilder vom Inneren des Menschen. Arbeitet im Gegensatz zum MRI mit Röntgenstrahlen. (CT) und die MagnetresonanztomografieEmpfindliches bildgebendes Verfahren. Mithilfe von Magnetfeldern und Radiowellen werden Schnittbilder vom Körperinneren erstellt. Anders als bei Röntgenuntersuchungen oder bei der Computertomografie. (MRI). Sie geben Aufschluss über das genaue Ausmass der Erkrankung. Im Blutbild lassen sich zudem bestimmte Parameter für das Vorliegen eines Tumors ausmachen, die sogenannten Tumormarker.

Zusammenfassung

Eierstockkrebs gehört zu den selteneren Krebserkrankungen der Frau. In einem frühen Stadium bleibt die Erkrankung meist unentdeckt, da sie keine oder wenige Symptome verursacht. Eierstockkrebs betrifft häufig ältere Frauen.