Älterer Herr mit Blasenkrebs erntet Tomaten mit seinem Enkel im Garten

Leben mit Blasenkrebs

Im Alltag mit Blasenkrebs nimmt die Therapie einen wichtigen Stellenwert ein. Doch das menschliche Wohlbefinden hängt nicht nur von den vom Arzt verordneten Medikamenten ab. Auch andere Faktoren können dazu beitragen wie etwa eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung sowie die Unterstützung durch Angehörige und Experten können massgeblich dazu beitragen, das Leben mit Blasenkrebs besser bewältigen zu können.

Gesunde Ernährung bei Blasenkrebs

Die richtige Ernährung kann Blasenkrebs zwar nicht bekämpfen, aber sie versorgt den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Eine frische und ausgewogene Kost trägt zur Gesundheit bei und spendet uns Energie für die grossen und kleinen Aufgaben des täglichen Lebens. Ausserdem ist gutes Essen nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch immer ein Stück Lebensqualität. Denn sie hilft auch bei zehrenden Behandlungen bei Kräften zu bleiben. Mit einem ausgewogenen Speiseplan können Betroffene also jeden Tag selbst ein bisschen dazu beitragen, sich gut zu fühlen. Von Wunderkuren und Krebsdiäten ist abzuraten. Individuelle Empfehlungen zur richtigen Ernährung während und nach der Therapie erhalten Betroffene von ihrem behandelnden Arzt.

Ausgewogen und genussvoll essen und trinken

Gerade für Blasenkrebspatienten ist es wichtig, ein normales Körpergewicht zu halten. Denn Übergewicht schwächt die Blasenmuskulatur und fördert so das Inkontinenzrisiko. Orientierung für gesundes Essen und Trinken bietet die Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung.

Ausreichend trinken: Zwei bis drei Liter lauten die Empfehlungen, um die Harnwege gut zu spülen. Zu bevorzugen sind Wasser und Kräutertees .

  • Teller mit gebratenem Fisch und Salat ist gesund für Blasenkrebspatienten

    Ausgewogenes Essen versorgt uns mit allen wichtigen Nährstoffen. Das gibt Energie für den Alltag.

Blasenkrebs – warum Bewegung guttut

Wer sich regelmässig bewegt, stärkt Körper und Seele. Denn körperliche Aktivität hat nachweislich zahlreiche positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden – auch bei Krebserkrankungen: Wir bauen Kraft und Kondition auf, werden beweglicher und üben unsere Koordination. Je nach Intensität kann Aktivsein auch dazu beitragen, Übergewicht abzubauen oder vorzubeugen. Dies ist gerade bei Blasenkrebspatienten ein wichtiger Faktor, um Inkontinenz entgegenzuwirken. Nicht zu vergessen: Ein trainierter Körper ist widerstandsfähiger, denn Bewegung macht das Abwehrsystem stärker.

Durch Bewegung lassen sich die Begleiterscheinungen von Krebs wie Müdigkeit (Fatigue) oder strapaziöse Behandlungen wie eine Chemotherapie einfacher bewältigen.

Darüber hinaus hat Bewegung einen ausgleichenden Effekt auf das Gefühlsleben: Man gewinnt an Selbstvertrauen und es fällt einfacher, den eigenen Körper anzunehmen. Durch das Ausschütten von Glückshormonen hebt Sport die Stimmung und baut Angst und Stress ab. Letztendlich gewinnen viele Krebspatienten dadurch mehr Lebensqualität. Bei der Behandlung von Blasenkrebs haben Physiotherapie und Reha-Sport einen wichtigen Stellenwert. Vor allem für Betroffene mit einer Ersatzblase gilt es, den Beckenboden zu trainieren. Das Durchführen besonderer Übungen kann einer Inkontinenz vorbeugen.

Den Alltag aktiv gestalten

Auch wenn es manchmal schwerfällt: Versuchen Sie regelmässige Bewegungseinheiten in Ihren Alltag einzubauen. Zu viel Ruhe hilft nicht, sondern schwächt. Dabei spielt die individuelle Belastbarkeit des einzelnen Patienten eine wichtige Rolle – abhängig vom Alter, dem allgemeinen Gesundheitszustand und dem vorliegenden Tumorstadium. Es muss kein schweisstreibender Sport sein, der über die eigenen Kräfte hinausgeht. Vielmehr ist es wichtig, das tägliche Leben aktiv zu gestalten. Mit diesen Tipps bringt man schnell etwas mehr Bewegung ins Leben:

  • Kurze Spaziergänge unternehmen
  • Treppen steigen statt Fahrstuhl fahren
  • Mit dem Velo fahren statt Bus oder Tram zu nehmen
  • Eine oder zwei Stationen vor der Zielhaltestelle aussteigen, den Rest zu Fuss gehen

Betroffene sollten sich nicht überfordern. Die Devise lautet: Bewegung ja, sportliche Höchstleistung nein.

Psychoonkologie – Unterstützung bei Sorgen und Ängsten

Eine Krebserkrankung stellt auch immer eine emotionale Belastung dar. Häufig sind damit Ängste, Sorgen und Traurigkeit verbunden. Manche Betroffene leiden auch unter Depressionen. Mit diesen umzugehen, ist nicht einfach. Bei der Krankheitsbewältigung kann ein Psychoonkologe wertvolle Unterstützung leisten. Psychoonkologen sind Fachpersonen, die auf die Beratung von Krebsbetroffenen und deren Angehörigen spezialisiert sind.

Über negative Gefühle zu sprechen, kann helfen, die Krebserkrankung besser zu akzeptieren.

Durch die therapeutische Begleitung kann der Betroffene eine neue Sicht auf die Geschehnisse gewinnen. Gerade bei Blasenkrebspatienten ist die Entscheidungsfindung in puncto Therapiewahl ein wichtiges Thema. Die Angst vor Inkontinenz und Impotenz bei Männern bestimmt das Denken sowie die Frage nach Veränderungen der eigenen Sexualität. Auch die Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit kann negative Emotionen hervorrufen. Im Gespräch mit einem Psychoonkologen können Patienten bei dieser Entscheidung Unterstützung finden. Auch gemeinsame Sitzungen mit Angehörigen sind möglich. Denn die Erkrankung betrifft auch immer das familiäre Umfeld zum Beispiel Partner, Kinder und Eltern. Doch keiner muss mit der Situation allein zurechtkommen.

  • Älterer Blasenkrebspatient bespricht sich mit seinem Arzt

    Im Gespräch mit einem Experten erhalten Blasenkrebspatienten und Angehörige emotionale Unterstützung, aber auch medizinische und sozial-rechtliche Informationen.

Für Angehörige von Blasenkrebspatienten

Mit der Diagnose Blasenkrebs verändert sich auch das Leben der Angehörigen von einem Tag auf den anderen. Angst und Verwirrung können den Alltag bestimmen. Man fühlt sich dafür verantwortlich, den anderen zu entlasten und ihm beizustehen. Ausserdem möchte man ihn bei schwierigen Entscheidungen unterstützen und auf seinem Weg begleiten. Dabei hilft es, sich ausführlich zu informieren: über die Erkrankung, die Therapiemöglichkeiten, mögliche Nebenwirkungen und sozial-rechtliche Fragen.

Manchmal hat die Erkrankung auch Auswirkungen auf die Rollenverteilung im täglichen Leben. Möglicherweise gilt es, Aufgaben umzuverteilen oder den Alltag neu zu organisieren. In schwierigen Phasen ist es vielleicht erforderlich, den Erkrankten zu betreuen oder zu pflegen. Doch Beruf, Familie und soziale Verpflichtungen zu vereinen, kann viel Kraft kosten. Es ist nicht immer leicht, dieser Doppelbelastung gerecht zu werden. Deshalb ist es wichtig, auch für sich selbst gut zu sorgen. Gegebenenfalls kann es helfen, sich psychologische Unterstützung zu suchen. Entlastung bei der Pflege des Betroffenen können professionelle Pflegekräfte bieten.

Achtsam mit sich umgehen

Niemand hat die Energie, ohne Pause für den Erkrankten da zu sein. Wenn sich der Alltag ohne Pause um die Krankheit dreht, zehrt das an den eigenen Reserven. Deshalb sollten sich Angehörige kleine Auszeiten schaffen, die nur ihnen gehören: um zu entspannen und auf andere Gedanken zu kommen.

  • Frau mit Blasenkrebs spaziert durch den sonnigen Park mit Ihrer Enkelin

    Wer sich Zeit zum Entspannen nimmt, hat auch mehr Kraft für die täglichen Herausforderungen.

Blasenkrebspatienten unterstützen – Tipps für Angehörige

Angehörige können für Blasenkrebspatienten eine wichtige Stütze sein. Folgende Tipps für die Kommunikation und das Leben miteinander können diese herausfordernde Zeit erleichtern:

  • Offen und ehrlich miteinander sprechen
  • Auch ernste Sachverhalte thematisieren
  • Das Gefühl vermitteln: Ich bin für Dich da
  • Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Arzt anbieten
  • Einfach nur zuhören
  • Zu Arztterminen, Untersuchungen oder zur Chemotherapie mitkommen
  • Dem Partner/Freund Hilfe anbieten
  • Gemeinsam etwas Schönes erleben
  • Den Erkrankten von der Krankheit ablenken
  • Ein „Nein“ respektieren
  • Sich über unterstützende Massnahmen informieren (Sport, Ernährung)
  • Älteres Pärchen mit Blasenkrebs schaukelt in Hängematte

    Füreinander da sein hilft – und hat viele Facetten. Jeder Betroffene braucht etwas anderes.

Ernährung, Bewegung oder die Unterstützung von Angehörigen und Experten sind wichtige Stellschrauben für das körperliche und emotionale Wohlbefinden. Damit können Blasenkrebspatienten während und nach der Therapie ihre Verfassung positiv beeinflussen.