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Welche Therapiemöglichkeiten gibt es beim retinalen Venenverschluss?
Je nach Befund kann mit bestimmten Medikamenten, mit einer Lasertherapie oder mit einer Kombination aus beidem behandelt werden.
Wachstumsfaktoren fördern das Makulaödem
Durch einen retinalen Venenverschluss kann sich eine Schwellung der Netzhaut im Bereich des schärfsten Sehens (Makula) entwickeln, was als Makulaödem bezeichnet wird. Das Makulaödem kann zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Sehvermögens führen.
Bei der Erforschung des Makulaödems haben Wissenschaftler herausgefunden, dass erhöhte Level der Wachstumsfaktoren (VEGF englisch: vascular endothelial growth factor und Angiopoietin-2: Ang-2) eine bedeutende Rolle spielen. Diese Wachstumsfaktoren führen dazu, dass neue, instabile Blutgefässe entstehen, die Flüssigkeit in das umliegende Gewebe abgeben. Auf diese Weise fördern VEGF und Ang-2 die Entstehung eines Makulaödems.
Medikamente zur Behandlung des Makulaödems
Zur Behandlung des Makulaödems bei retinalem Venenverschluss werden seit Jahren Hemmstoffe des Botenstoffs VEGF (so genannte VEGF-Inhibitoren) eingesetzt. Nun steht zusätzlich ein Wirkstoff zur Verfügung, der sowohl gegen VEGF als auch gegen Ang-2 wirkt. Auch Kortison-Präparate tragen dazu bei, das Makulaödem zu reduzieren Mithilfe der genannten Wirkstoffe kann die Sehkraft erhalten oder sogar verbessert werden.
Den Erfolg der medikamentösen Therapie kann die Augenärztin oder der Augenarzt sehr gut mit der optischen Kohärenztomographie (OCT) überprüfen: Dieses nicht invasive Verfahren zeigt, ob und in welchem Umfang die Schwellung der Makula zurückgeht.
Wie werden die Wirkstoffe verabreicht?
Damit die Medikamente gut wirken können und um Nebenwirkungen im Körper möglichst zu vermeiden, werden sie mit einer dünnen Nadel direkt in das Augeninnere – in den so genannten Glaskörper – gespritzt (Abb. 1). Medizinische Fachpersonen nennen das „IVI-Therapie“. Die Abkürzung IVI steht für „intravitreale Medikamenteneingabe“. Um Komplikationen möglichst auszuschliessen, werden die Medikamente unter sterilen Operationsbedingungen in das Auge injiziert. Der kurze Eingriff kann ambulant erfolgen.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Spritzen direkt ins Auge? Das mag zunächst beunruhigend klingen, doch die Ärztin oder der Arzt achtet darauf, dass die Behandlung möglichst schmerzfrei durchgeführt wird. Nach Desinfektion des Auges werden betäubende Augentropfen verabreicht. Wenn die Betäubung wirkt, wird ein sogenannter Lidsperrer eingesetzt, was von manchen Patienten als unangenehm beschrieben wird. Die eigentliche Injektion nehmen die meisten Patientinnen und Patienten als leichten Stich, kurzes Druckgefühl oder gar nicht wahr.
Ihre Mitarbeit ist gefragt
Da die Medikamente nur über einen bestimmten Zeitraum wirken, müssen die Injektionen wiederholt werden. Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt wird den Behandlungserfolg in regelmässigen Abständen überprüfen. Um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, sollten Sie Ihre Kontroll- und Behandlungstermine konsequent einhalten.
„Hätte ich gewusst, dass die Spritze keine Schmerzen verursacht, dann hätte ich weniger Bedenken gehabt“
„Zu wissen, dass die Therapie schon lange angewandt wird und bereits viele Patienten die Spritzen gut vertragen haben, hätte mir geholfen.“
Spritzentherapie am Auge – häufige Fragen von Betroffenen
Sind die Augeninjektionen schmerzhaft?
Sie erhalten vorab betäubende Augentropfen, um eventuelle Schmerzen während der Injektionen zu vermeiden oder zu verringern. Die meisten Patienten nehmen die Injektion als leichten Stich oder kurzes Druckgefühl wahr.
Darf ich mir nach einer Injektion die Augen reiben?
Sie sollten Ihre Augen nach einer Injektion nicht reiben. Es ist sehr wichtig, eine Verunreinigung des Auges nach einer Injektion zu vermeiden.
Kann ich nach der Injektion meine normalen Augentropfen verwenden?
Ja. Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie bitte Ihren Augenarzt oder das Behandlungsteam.
Kann ich nach einer Injektion baden oder schwimmen?
Nein, aber Sie sollten Ihren Augenarzt oder das Behandlungsteam fragen, wenn Sie genauere Informationen benötigen.
Kann ich nach der Injektion noch Make-up tragen?
Normalerweise ja, aber nicht an den Tagen, an denen Sie eine Injektion erhalten.
Kann ich sicher Auto fahren?
Weitere Therapiemöglichkeiten
Eine weitere Option bei retinalem Venenverschluss ist die Laserbehandlung, die z.B. bei fehlender Durchblutung bestimmter Netzhautareale zum Einsatz kommt. Gebiete, die nicht mehr durchblutet sind und nicht mehr zum Sehen beitragen, werden mit dem Laser „ausgeschaltet“. So wird das Risiko für Komplikationen, das von diesen Arealen ausgehen könnte (z.B. die Produktion schädlicher Botenstoffe), gesenkt. Dadurch kann das Gewebe abschwellen und der Druck auf das Gefässsystem lässt nach. Je nach Situation kann die Laserbehandlung auch mit einer IVI-Therapie kombiniert werden.
In sehr seltenen Fällen werden auch operative Techniken angewandt, um die blockierte Netzhautvene zu entlasten.