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Negative Emotionen und MS
15.09.2020

Kein Platz für Pessimismus im Alltag mit MS

Es ist nicht so, dass ich keine Rückschläge erlebe. Ich versuche einfach, das Beste daraus zu machen. Manchmal braucht es etwas Zeit und Abstand, um sich wieder zu fangen und eine Situation sachlich beurteilen zu können.

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Fernhalten von negativen Einflüssen

„Mit Fernhalten von negativen Einflüssen“ meine ich negative Menschen. Man könnte auch sagen, ich kann da gut reden und nach dieser Devise leben, denn mir geht es ja gut. Schliesslich bin ich noch berufstätig, habe eine Familie und einen Partner, der mir zur Seite steht. Zudem hatte ich, zum Glück, seit 2016 keinen neuen Schub. Auch der Rollstuhl ist nicht in Sicht.

All dessen bin ich mir sehr wohl bewusst. Umso mehr treibt mich das dazu an, Abstand von negativen Einflüssen zu nehmen. Und ja, ich habe nicht grundlos die MS-Diagnose bekommen. Ich habe Läsionen, die man nicht mehr an nur zwei Händen abzählen kann.

 

Negatives Umfeld

Es ist meist unumgänglich, mit negativ eingestellten Menschen in Kontakt zu kommen. Falls es da einen heissen Tipp gibt, bitte her damit! Manchmal begegnen mir im Alltag Menschen, die jammern und alles in ihrem Leben schrecklich finden. Ich muss zugeben, es kostet mich durchaus Kraft diese Menschen nicht vor den Kopf zu stossen. Es ist nicht einfach, in solchen Situationen nicht unangemessen zu reagieren. Schliesslich ist man selbst unheilbar krank und würde sehr viel für eine gute Gesundheit geben. Trotzdem steht es mir nicht zu, über das Leben und das Leid anderer Menschen zu urteilen. Deshalb vermeide ich, wenn möglich, mit diesen Menschen über meine Situation zu sprechen.

 

Social Media und MS

In den sozialen Medien bin ich täglich unterwegs. Ich pflege den Austausch mit meinen LeserInnen, anderen BloggerInnen und auch mit Menschen, die nichts mit MS am Hut haben.

Manchmal stosse ich auf Inhalte über MS, da stehen mir die Haare zu Berge. Die betreffenden Personen darauf anzusprechen und über die Verbreitung verschiedenster Horrorgeschichten diskutieren zu wollen, ist aussichtslos. Zudem kann ich mich nicht in die jeweilige Person hineinversetzen und kenne ihr Leben und den Grund für diese schlechte Einstellung nicht. Ein Urteil steht mir nicht zu.

Negative Emotionen bei MS durch soziale Medien

Wenn man in den sozialen Medien nach Austauschmöglichkeiten über MS sucht, muss man dann doch manchmal vorsichtig sein. Genau wie bei anderen Themen auch sollte man sich nicht mit allen vergleichen. Nur weil es einer Person schlecht geht, heisst das noch lange nicht, dass das auf alle zutrifft.

Mein Tipp: Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, sich hier abgrenzen zu können. Wenn man das Gefühl hat, dass eine Person alles nur schlecht macht, nur das Allerschlimmste sieht, ist es für die eigene Gesundheit ratsam, sich nicht mit solchen Menschen zu umgeben. Das gilt natürlich nicht nur für MS-Themen.

 

Ich bin nicht unfehlbar

Auch ich bin schon auf solche Themen hereingefallen, die mich genau in den falschen Momenten getriggert haben. Leider passiert das schneller, als man denkt, dass das alles nur Gift für das eigene Wohlbefinden ist. Als ich mich mit einer neuen Therapie auseinandersetzen musste, las ich zu später Stunde zwei, drei Sätze und die haben mich plötzlich aus der Bahn geworfen. Natürlich war es schon spät und ich hätte stattdessen viel lieber schlafen sollen. Weil mich das Thema aber sehr beschäftigt hat, war ich natürlich empfänglich für alle möglichen Meinungen. Dass ich danach erst recht nicht einschlafen konnte und mich das Thema noch Tage beschäftigt hat, brauche ich vermutlich nicht zu erzählen. Ich habe etwas Negatives gelesen, das hat sich sofort wie Unkraut festgesetzt und liess mich eine Weile nicht los. Das alles, obwohl ich mir meiner Sache eigentlich sicher war. Hätte ich mich nicht auf diese negative Meinung eingelassen, wäre ich auch nicht verunsichert gewesen. Weil ich in dieser Situation sowieso verunsichert war, war es überhaupt möglich, dass mir das nahe gehen konnte.

Fazit

Ich bemühe mich sehr, von negativen Einflüssen Abstand zu nehmen. Manchmal ist es nicht auf den ersten Blick erkennbar. Ich bin für mein Seelenheil verantwortlich und entscheide deshalb, welchen Weg ich für mich gehen möchte.

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