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Rote Boxhandschuhe
26.03.2018

Der Kampf mit der MS

Im ersten Moment nach meiner Diagnose hatte ich das Verlangen, gegen die MS anzukämpfen. Ich empfand MS als etwas, was ich unbedingt bekämpfen muss. MS war die böse Krankheit, mein Gegner!

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IST MEIN KÖRPER MEIN GEGNER?

Als ich verstanden habe, was MS eigentlich ist, hat sich meine Einstellung zu MS immer mehr geändert. Auch die Wissenschaft kann noch nicht genau sagen, wie MS eigentlich entsteht. Es sind viele Faktoren, die infrage kommen. MS ist also nicht etwas wie ein Hautausschlag, den man bekommt, weil die Heizungsluft so trocken ist. Es gibt nicht nur einen einzigen Grund für die Entstehung einer MS!

Macht das mein Körper absichtlich?

Wenn wir die MS aus Sicht des Körpers anschauen, dann müssen wir uns Folgendes fragen: „Greift sich unser Körper tatsächlich absichtlich selber an?“

Ich würde sagen: nein. Unser Immunsystem ist so eingestellt, dass es alles daran setzt, den Organismus zu schützen. Denn unser Körper ist eine ausgeklügelte und unglaublich komplexe Maschinerie. Da wäre es doch sehr absurd, würde er sich absichtlich selber angreifen. Es ist daher einleuchtend, dass der Körper durch irgendwas aus der Bahn geworfen wurde. Sei es viral, physisch, psychisch oder genetisch. Durch verschiedene Einflüsse – oder was auch immer – ist er aus seinem Gleichgewicht geraten. Wenn wir es so betrachten, stellt sich die Frage: „Ist es dann gerecht, die MS als DEN Gegner anzusehen und böse auf seinen Körper zu sein?“ Auch hier sage ich: NEIN.

MEIN TIPP

Sieh Deinen Körper und Deine MS als ein Team an. Ihr habt das gleiche Ziel – und zwar ein gutes und glückliches Leben. Nur mit ein paar Stolpersteinen mehr als üblich.

Sei gut zu Deinem Körper

Meiner Meinung nach sollten wir uns jetzt erst recht sehr gut um unseren Körper kümmern. Eigentlich sollten wir sogar dankbar für ein so tolles Wunderwerk sein, noch bevor eine Krankheit entsteht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Klee auf Asphalt
Dieser Glücksklee wächst einfach auf meinem Parkplatz aus einer Plattenfuge und lässt sich nicht unterkriegen – genauso wie ich.

Manche MS-Betroffene bezeichnen ihren Körper sogar als Kadaver. Sie schimpfen auf ihren kranken und kaputten Körper, weil er nicht mehr so funktioniert, wie er sollte. Zudem gibt es Betroffene, die sich total gehen lassen und der Meinung sind, dass sie jetzt halt unheilbar krank sind und nichts mehr daran ändern können – das Leben sei vorbei. Sie geraten in eine Opferrolle und überlassen die Regie ihres Lebens nur noch ihrer Krankheit.

Was ich damit sagen möchte? Ich gehe davon aus, dass mein Immunsystem die Myelinschichten oder mein Rückenmark nicht angreift, weil es böse ist oder sich selber zerstören möchte. Wie könnte ich da auf ihn böse sein? Schliesslich ist es von der Natur so gegeben, dass alles für den Erhalt des Lebens gesetzt wird. Und denk bitte immer daran: Du trägst keine Schuld an der Entstehung Deiner MS-Erkrankung und Dein Körper somit auch nicht!

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