Espressotasse auf Holzuntergrund

Ärztliche Versorgung im Urlaub – Lucile auf Weltreise

«Hello Doc» eine Anrede, die auf der ganzen Welt verstanden wird. Und es gibt sie überall – engagierte Ärzte, die sich auch unter schwierigen Bedingungen für ihre Patienten einsetzen. Doch was tun, wenn man in Afrika oder Südamerika plötzlich medizinische Versorgung benötigt? Wie viel davon lässt sich im Vorfeld konkret planen? Und wie geht man auf eine Weltreise mit einem Koffer voller Medikamente? Fragen, die Lucile Zünd bei der Planung ihrer Route mit ihrer Ärztin geklärt hat, damit sie unbesorgt «abheben» kann.

Ob Südafrika, Südostasien oder Südamerika – Sie bereisen ja tatsächlich die ganze Welt: Haben Sie sich Kontakte von Ärzten vor Ort besorgt?

Unsere Reiseroute ist relativ offen, wir haben zwar einige Fixpunkte wie am Anfang Johannesburg, aber wir wollen auch spontan entscheiden, wohin es uns als nächstes zieht. Falls ich einen Arzt benötigen sollte, dann würde ich einfach in das nächste Krankenhaus vor Ort gehen und sagen, dass ich einen MS-Schub habe. Ich kann das belegen, denn ich habe ja einen Medikamentenpass und eine Bescheinigung der Neurologin, die besagt, dass ich MS-Patientin bin. Welche Behandlung im Fall der Fälle notwendig ist, würde ich dann mit dem Arzt vor Ort besprechen und vielleicht noch meine Neurologin zu Hause anrufen oder ihr eine E-Mail schreiben.

Beeinflusst die Erreichbarkeit von spezialisierten Ärzten die Planung der Route?

Nein, überhaupt nicht. Ich möchte diese einmalige Reise einfach in vollen Zügen geniessen und nicht alles bis ins kleinste Detail vorplanen.

  • Anne Rüffer interviewt MS-Patientin

    MS-Patienten Lucile im Gespräch mit Anne

Wie ist das mit der Medikamenteneinnahme und der Zeitverschiebung, wie planen Sie das? Spielt das eine Rolle?

Das ist eine gute Frage. Die erste Station ist Südafrika, da besteht keine Zeitverschiebung. Da ich in meinem Rhythmus bleiben kann, sollte sich zumindest für diesen Teil keine weitere Zeitverschiebung ergeben. Alles Weitere schaue ich dann vor Ort, das wird sich dann ergeben. Die MS bestimmt mein Leben nicht, ich lebe mit MS.

Impfungen sind zum Teil nicht ganz unbedenklich bei MS. Haben Sie alle Impfungen problemlos erhalten, und wie lange im Voraus haben Sie das mit Ihrem Behandlungsteam besprochen?

Zuerst hatte ich das Problem, dass ich meinen Impfpass nicht mehr finden konnte. Das passt irgendwie zu mir… Mit meiner Hausärztin habe ich die ganze Route besprochen und wir haben die notwendigen Impfungen zusammengestellt. Das kann man alles mit dem Hausarzt oder der Hausärztin besprechen, dafür braucht es selbst bei MS keine Spezialisten.

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