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Ineinander gelegte Hände eines Paares
Leben

Leben mit Leberkrebs

„Was hilft mir, mit meiner Leberkrebserkrankung zurechtzukommen?“ Diese Frage stellen sich viele Betroffene. Eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Erkrankung kann ebenso dazu beitragen wie die Unterstützung durch Angehörige und Experten.

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AUFRUHR DER GEFÜHLE

Zu Beginn fällt es sicher nicht leicht zu akzeptieren: „Ich habe Leberkrebs.“ Für Betroffene wie Angehörige ist die Diagnose schwer zu verarbeiten und stellt häufig eine emotionale Belastung dar. Da die Diagnose meist erst in hohem Alter erfolgt, kann der Arzt häufig keine günstige Prognose stellen. Im Zuge dessen treten Angst und Unsicherheit auf: vor der Therapie und ihren möglichen Nebenwirkungen und vor dem Tod, wenn die Therapie möglicherweise nicht anschlagen sollte.

DIE FRAGE NACH DEM „WARUM“

In dieser Situation denken Betroffene meist viel nach. Fast unausweichlich beschäftigt sie die Frage nach dem „Warum“ und der Schuld, wie es dazu kommen konnte. Selbstvorwürfe, zum Beispiel wegen eines ungesunden Lebenswandels vorher, bringen in dieser Situation jedoch nicht weiter. Sie können sogar lähmen, die wirklich wichtigen Dinge anzugehen. Stattdessen gilt es zunächst, die Krankheit als solche zu akzeptieren und sich ausführlich damit auseinanderzusetzen.

Viele Leberkrebspatienten leiden gleichzeitig an mehreren Krankheiten. Sie müssen beispielsweise mit den Beschwerden von Leberzirrhose oder Hepatitis B zurechtkommen. Je nach Krankheits- und Beschwerdebild kann Ihnen Ihr Arzt oder Ihr Behandlungsteam hilfreich zur Seite stehen.

DIE DIAGNOSE BEWÄLTIGEN

Der nächste Schritt ist es, sich selbst Mut zu machen – nach dem Motto: „Ich habe Leberkrebs und setze alles daran, mich nicht unterkriegen zu lassen. Wer kann mir dabei helfen?“ Während dieser schwierigen Zeit sind Betroffene auch auf die Unterstützung von anderen angewiesen. Das können Gespräche mit Familienmitgliedern und Freunden sein oder die Beratung durch Ärzte und andere Experten wie zum Beispiel Psychoonkologen.

Älteres Paar mit Leberkrebs im Gespräch mit umeinander gelegten Armen

Verschweigen Sie Ihre Sorgen nicht, sondern sprechen Sie darüber. Das kann entlastend wirken.

ANGEHÖRIGE SOLLTEN DAS GESPRÄCH SUCHEN

Angehörige und Freunde möchten dem Betroffenen beistehen, sie sind jedoch häufig unsicher, wie sie sich verhalten sollen. Die Sorge, den anderen zu verletzen, führt häufig dazu, dass sie das Thema lieber nicht ansprechen. Ist das bei Ihnen der Fall, seien Sie mutig und suchen Sie das Gespräch. Dabei können Sie ihre Ängste teilen, Ihren Gefühlen Raum geben und einfach füreinander da sein. Das hilft allen Beteiligten, besser mit der Situation zurechtzukommen.

UMGANG MIT DER NEUEN LEBENSSITUATION

Nach dem Verarbeiten der Diagnose gilt es herauszufinden, wie man das eigene Leben am besten gestaltet, um gut mit der Situation umgehen zu können. Hier gibt es kein allgemeines Richtig oder Falsch, denn jeder muss für sich den eigenen Weg finden. Der Blick nach innen kann helfen. Fragen Sie sich, was Ihnen zu diesem Zeitpunkt wichtig ist und was Sie brauchen, damit es Ihnen gutgeht: Besteht das Bedürfnis nach Ruhe oder möchten Sie lieber etwas mehr Zeit in Gesellschaft verbringen? Wer sich ablenken möchte, kann zum Beispiel einem Hobby nachgehen oder sich in einem Verein oder einer anderen Organisation engagieren.

Die Erkrankung kann für Betroffene auch die Chance sein, das Leben aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Dazu kann gehören, auch die kleinen, sonst unbemerkten schönen Situationen wahrzunehmen. Aber auch den Dingen mit mehr Gelassenheit begegnen. Manch einer stellt dabei fest, dass er genauso weiterleben möchte wie bisher und sich verstärkt dem widmen will, was ihm Freude bereitet.

Tipps für den Umgang mit der psychischen Belastung:

  • Kraft tanken mit Menschen und Dingen, die Ihnen guttun
  • Besondere Momente geniessen
  • Zeit für die körperliche und seelische Gesundung nehmen
  • Bewusst machen: Meine äusserlichen Veränderungen sind egal, meine Liebsten schätzen mich um meiner selbst willen

SELBSTHILFE: AUSTAUSCH MIT ANDEREN BETROFFENEN

Der Kontakt zu anderen Leberkrebspatienten kann Betroffenen und Angehörigen Anregungen bieten, besser mit der eigenen Situation zurechtzukommen. Hierzu bieten Selbsthilfegruppen die Möglichkeit. Dort können Sie sich mit anderen Menschen austauschen, die das Gleiche erleben oder erlebt haben. Das macht Mut und bringt Sie auf neue Gedanken. Ausserdem können sich Patienten Rat einholen zu Themen, die sie bewegen. Neben nationalen und regionalen Selbsthilfegruppen besteht auch die Option, in Internetforen mit anderen Erfahrungen auszutauschen.

SELBSTHILFEGRUPPEN FINDEN

Adressen und Kontaktdaten von Schweizer Selbsthilfeorganisationen finden Sie bei der Patientenorganisation swiss HePa oder der Webseite der Schweizer Krebsliga 

PSYCHOONKOLOGE: UNTERSTÜTZUNG VOM EXPERTEN

Der Umgang mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung wie Leberkrebs kann sehr belastend sein. Doch keiner muss diese schwierige Zeit allein bewältigen. Zur Unterstützung gibt es die sogenannten Psychoonkologen. Dabei handelt es sich um Experten, die neben ihrem medizinischen oder sozialen Beruf, noch zusätzliches Wissen zu Krebserkrankungen, deren Therapie sowie psychologisch-therapeutische Techniken erworben haben. Sie sind dafür da zuzuhören und unterstützen an wichtigen Stellen im Krankheitsverlauf – zum Beispiel bei der Entscheidung für eine Therapie.

Psychoonkologen finden

Praxis für Psychoonkologie der Zürcher Krebsliga

Schweizerische Gesellschaft für Psychoonkologie

Zusammenfassung

Jeder kann seinen Weg finden, mit Leberkrebs umzugehen. Nutzen Sie die Unterstützungsangebote und scheuen Sie sich nicht davor, Hilfe anzunehmen.

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