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Zwei ältere Männer mit Leberkrebs unterhalten sich beim Spaziergang im Wald
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Leberkrebs behandeln

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Leberkrebs zu behandeln. Welche Therapie zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

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Therapieplanung bei Leberkrebs

Die Wahl der Therapie richtet sich vor allem danach, wie weit der Leberkrebs zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist. Zudem spielen der Zustand der Leber und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten eine wichtige Rolle. Mithilfe der Diagnoseverfahren bestimmt der Arzt das Krankheitsstadium. Leberkrebs lässt sich in die Stadien „Früh-, mittleres, fortgeschrittenes und Endstadium“ unterteilen. Entscheidende Fragen für die Einteilung sind:

  • Wie gross ist der Tumor?
  • Ist der Tumor in die Blutgefässe der Leber eingewachsen?
  • Hat der Tumor sich bereits auf andere Organe ausgebreitet?
  • In welchem Zustand befindet sich die Leber?
  • Wie ist der Allgemeinzustand des Patienten?

Basierend auf dem ermittelten Krankheitsstadium, wird der Arzt die Therapiewahl treffen.

Operation: Teilresektion oder Lebertransplantation

Es gibt zwei Möglichkeiten, Leberkrebs mit einer Operation zu behandeln. Bei der sogenannten Teilresektion entfernt der Chirurg nur den vom Tumor befallenen Teil der Leber. Bis zu drei Viertel der Leber kann der Chirurg entfernen. Nach dem Eingriff wächst das Lebergewebe innerhalb einiger Wochen nach. Voraussetzung für die Teilresektion ist, dass der Tumor auf einen Bereich der Leber beschränkt und die Leberfunktion noch gut erhalten ist.

Die Leber kann als einziges Organ vollständig nachwachsen, wenn ein Teil entfernt wird.

Bei einer Lebertransplantation wird die gesamte Leber entfernt und durch die Leber eines Organspenders ersetzt. Es besteht auch die Möglichkeit einer Lebend-Leberspende. Dabei lassen sich – meist dem Empfänger nahestehende Personen – einen Teil ihrer Leber entnehmen. Sowohl beim Spender, als auch beim Empfänger der Lebendspende, wächst die Leber in der Regel ohne Funktionseinschränkungen auf eine normale Grösse an.

Nur rund 20 % der Patienten können eine Lebertransplantation erhalten.

Für eine Lebertransplantation gelten strenge Voraussetzungen. Zudem stehen zu wenige Spenderorgane zur Verfügung und es muss mit langen Wartezeiten gerechnet werden. Nach der Transplantation müssen Betroffene ein Leben lang Medikamente einnehmen, die eine Abstossung der Spenderleber verhindern.

Örtliche Behandlung des Lebertumors

Kann der Tumor nicht mehr durch eine Operation entfernt werden, können verschiedene örtliche Behandlungsverfahren das Wachstum der Krebszellen bremsen. Diese heissen auch lokal-ablative Therapien (lat. „ablatio = „Abtragung“). Dabei gelangen die Wirkstoffe mithilfe einer dünnen Nadel oder Sonde durch die Bauchdecke oder über einen Katheter durch ein Blutgefäss direkt in den Tumor.

Bei der Radiofrequenz-Thermoablation führt der Arzt eine Sonde in den Tumor ein, die das Tumorgewebe mithilfe von Radiowellen erhitzt und so zerstört.

Der Arzt sticht mit einer feinen Nadel durch die Bauchdecke in den Lebertumor. Durch die Nadel spritzt er hochprozentigen Alkohol (Ethanol) oder andere Substanzen (z. B. Essigsäure) in den Tumor, die die Krebszellen zerstören.

Dieses Verfahren wird von einem Röntgenarzt (Radiologe) durchgeführt. Es kombiniert zwei Wirkweisen miteinander: die Chemotherapie und den Verschluss von Blutgefässen (Embolisation). Der Radiologe führt über eine Arterie in der Leiste einen Katheter bis in die Leberarterie vor. Durch den Katheter kann er die Chemotherapie direkt in den Tumor spritzen. Zudem werden durch den Katheter kleine Kunststoffteilchen in die Blutgefässe gegeben, bis sie verstopfen. Dadurch werden die Krebszellen nicht mehr mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt und sterben ab.

Wie bei der TACE führt der Radiologe einen Katheter über die Leistenarterie in die Leberarterie bis zum Tumor ein. Über den Katheter bringt er kleinste, radioaktive Kügelchen direkt in das Tumorgewebe ein. Dadurch werden die Krebszellen einer hohen Strahlendosis ausgesetzt. Die Strahlung ist örtlich begrenzt, da die Kügelchen nur mit einer geringen Reichweite strahlen. Es handelt sich also um eine Strahlentherapie „von innen“.

Diese lokalen Tumorbehandlungen können meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden und dauern nur wenige Stunden. Je nach Situation wendet der Chirurg eine lokale Behandlung auch bei geöffnetem Bauch an, beispielsweise wenn zusätzlich eine Leber-Teilresektion erfolgt. Denn die lokalen Verfahren können sowohl miteinander als auch mit anderen Therapien kombiniert werden.

Therapie mit Medikamenten

Eine Chemotherapie erfolgt bei Leberkrebs in der Regel nur über die TACE, denn als Infusion verabreicht hat sie sich nur als wenig wirksam erwiesen. Im Gegensatz zu den lokalen Therapien wirken medikamentöse Therapien systemisch, das heisst im gesamten Körper. Für die medikamentöse Behandlung von Leberkrebs stehen die sogenannten Multikinasehemmer zur Verfügung. Diese Medikamente gehören zu den zielgerichteten Therapien. Das heisst, sie hemmen gezielt bestimmte Merkmale von Krebszellen, die diese zum Wachstum benötigen. Multikinasehemmer blockieren gezielt Kinasen. Das sind Eiweisse, die das Zellwachstum steuern und in Krebszellen häufig dauerhaft aktiv sind. Die Blockade dieser Kinasen kann das Wachstum des Tumors hemmen. Multikinasehemmern können als Tabletten eingenommen werden.

Die Forschung entwickelt stetig neue Ansätze für die Behandlung von Leberkrebs. Informationen zum Ablauf von klinischen Studien und zur Teilnahme finden Sie unter klinische Studien.

Sonderfall: Cholangiokarzinom

Beim cholangiozellulären Karzinom befindet sich der Tumor in den Gallengängen. Kann er komplett entfernt werden, kommt eine Operation zum Einsatz. Bei etwa zwei Drittel der Patienten ist der Leberkrebs zum Zeitpunkt der Diagnose aber bereits fortgeschritten und kann nicht mehr operiert werden. Wenn es der Gesundheitszustand erlaubt, erhalten die Patienten eine Chemotherapie.

Umgang mit Nebenwirkungen

Die verschiedenen Therapieoptionen bei Leberkrebs unterscheiden sich nicht nur in ihrer Wirkung, sondern auch in ihren möglichen Nebenwirkungen. Als unerwünschte Wirkungen der lokalen Tumorbehandlungen können beispielsweise Fieber, Oberbauchschmerzen oder Übelkeit auftreten. Die Therapie mit Multikinasehemmern kann zu Durchfall sowie zu Hautveränderungen und Rötungen an den Handinnenflächen und Fusssohlen (Hand-Fuss-Syndrom) führen.

Berglandschaft mit Bergsee im Sonnenschein

Sprechen Sie Beschwerden offen bei Ihrem Arzt an, damit er lindernde Massnahmen einleiten kann.

Ob und in welchem Ausmass unerwünschte Wirkungen auftreten, hängt von vielen Faktoren ab und ist individuell sehr verschieden. Es stehen wirksame Medikamente zur Verfügung, die Nebenwirkungen vorbeugen oder lindern können.

Zusammenfassung

Für die Behandlung von Leberkrebs stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung. Welche zum Einsatz kommt, hängt grösstenteils vom Krankheitsstadium und dem Zustand der Leber ab.

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